Diese Frage habe ich mir am Anfang auch gestellt: Wenn so ein Gerät schon Hitze und zwei Platten mitbringt, warum dann nicht einfach ein paar Zucchinischeiben oder Paprika reinlegen und mitgrillen? Klingt naheliegend, ist in der Praxis aber leider eine kleine Enttäuschung. Ich erkläre dir hier, warum ein klassischer Sandwichmaker für Gemüse nicht gemacht ist, welche Geräte das deutlich besser können und wie du trotzdem schnell zu gegrilltem Gemüse kommst.
Mit einem Sandwichmaker kannst du schnell und einfach leckere warme Sandwiches in allerlei Variationen zubereiten. Die Toasts lassen sich nach Wunsch mit Schinken, Wurst und Käse, aber auch mit Gemüse wie beispielsweise Tomaten oder Paprikascheiben belegen und dann backen. Damit die gefüllten Sandwiches gut gelingen und entsprechend befüllt werden können, sind die Backplatten der Sandwichmaker typischerweise mit einer Einbuchtung und Trennfunktion ausgestattet. Würde man hier also Gemüse zum Grillen hineingeben, würde dies zerquetscht und eher matschig werden und letztendlich nicht wirklich gegrillt.

Somit eignen sich reine Sandwichmaker im Grunde nur zur Zubereitung von Sandwiches und nicht etwa zum Grillen von Fleisch oder Gemüse. Wer also zusätzlich noch Gemüse grillen möchte, der sollte besser auf andere Geräte zurückgreifen.
Warum mein Gemüse im Sandwichmaker matschig wurde
Ich habe es selbst ausprobiert, weil ich es einfach genau wissen wollte. Das Problem liegt an der Form der Platten. Ein reiner Sandwichmaker hat geschlossene Mulden, die das Toast rundherum versiegeln, damit der Belag nicht herausläuft. Genau diese Mulden werden dem Gemüse zum Verhängnis: Sobald du den Deckel zudrückst, presst die obere Platte das Gemüse fest in die Vertiefung. Anstatt eine schöne Bräunung zu bekommen, gibt das Gemüse seinen Saft ab und gart eher im eigenen Wasser, als dass es grillt.
Dazu kommen ein paar weitere Punkte, die mir aufgefallen sind:
- Kein Dampfabzug: Die geschlossene Form hält die Feuchtigkeit im Gerät. Gegrilltes Gemüse braucht aber genau das Gegenteil, nämlich dass Wasser verdampfen kann.
- Fester Anpressdruck: Du kannst die Höhe der oberen Platte nicht regeln. Weiches Gemüse wie Aubergine oder Tomate wird dadurch regelrecht zerquetscht.
- Glatte statt geriffelte Flächen: Ohne Rillen bekommst du keine typischen Grillstreifen und auch nicht die Röstaromen, die das Gegrillte erst lecker machen.
Mein Fazit aus diesem kleinen Test: Ein reiner Sandwichmaker kann Sandwiches richtig gut, aber beim Gemüse arbeitet die Bauform schlicht gegen dich. Wenn du gegrilltes Gemüse willst, lohnt sich der Griff zu einem Gerät, das dafür gebaut ist.
Der 3 in 1 Sandwichmaker zum Grillen von Gemüse
Die praktischen 3 in 1 Sandwichmaker haben den Vorteil, dass damit nicht nur Sandwiches, sondern zusätzlich auch Fleisch, Gemüse und Waffeln zubereitet werden können. Diese Geräte werden mit entsprechend auswechselbaren Platten geliefert, die dann je nach Zubereitungswunsch einfach ausgetauscht werden können.
Mit den Platten, die zum Grillen geeignet sind, kann dann beispielsweise auch Fleisch und Gemüse zubereitet und gegrillt werden. Die geriffelten Backplatten sind flach und daher gut geeignet, um das Gemüse anständig zu grillen und nicht etwa nur zu kochen. Zudem lassen sich die Grillflächen nach Gebrauch wieder leicht entnehmen und daher auch gut reinigen. Diese Multifunktionsgeräte haben jedoch auch ihre Nachteile. So ist die Hitzeleistung und auch die Hitzeverteilung mancher Geräte nicht immer ganz optimal, um damit auch Fleisch oder Gemüse ideal zubereiten zu können.
Wenn du dir so ein Kombigerät holst, achte an deiner Stelle vor allem darauf, dass die Grillplatten wirklich plan aufliegen und sauber geriffelt sind. Praktisch finde ich auch, dass du die Platten einzeln spülen oder sogar in die Spülmaschine geben kannst, denn gerade nach dem Gemüse mit etwas Öl ist das die halbe Miete bei der Reinigung. Ein kleiner Tipp aus meiner Küche: Pinsle das Gemüse vorher dünn mit Öl ein und würze es erst nach dem Grillen, dann zieht das Salz vorher kein Wasser und das Ergebnis bleibt schön bissfest.
Welches Gemüse im Grillgerät besonders gut gelingt
Falls du ein Gerät mit Grillplatten hast, will ich dir noch verraten, was bei mir am besten funktioniert. Nicht jedes Gemüse ist gleich gut geeignet, denn sehr wasserreiche Sorten brauchen etwas mehr Fingerspitzengefühl.
- Zucchini und Aubergine: In etwa fünf Millimeter dünne Scheiben geschnitten werden sie schön weich und bekommen tolle Röststreifen.
- Paprika: In flache Streifen geschnitten, mit der Hautseite nach unten, gelingt sie zuverlässig.
- Champignons: Im Ganzen oder halbiert, sie bringen viel Aroma und brauchen kaum Öl.
- Spargel: Grüner Spargel ist mein Geheimtipp, er gart auf der Grillplatte erstaunlich schnell und gleichmäßig.
Sehr saftige Sachen wie Tomaten lege ich lieber nur kurz auf, weil sie sonst zerfallen. Und ganz wichtig: Schneide alles möglichst gleich dick, damit es zur selben Zeit fertig wird. So musst du nicht ständig einzelne Stücke herausfischen.
Besser sind Kontaktgrills zum Grillen von Gemüse
Wer zusätzlich zur Zubereitung von Sandwiches auch leckeres Gemüse oder Fleisch grillen möchte, der sollte über den Kauf eines Kontaktgrills nachdenken. Denn ein Kontaktgrill ist im Vergleich zu einem 3 in 1 Sandwichmaker meist mit einer höheren Leistung ausgestattet und das Grillen gelingt hier in der Regel besser als im Sandwichmaker mit auswechselbaren Platten.
Zudem sind diese Geräte meist größer und bieten daher mehr Fläche für das Gemüse. Die meisten Kontaktgrills lassen sich komplett aufklappen, sodass eine große Fläche über das gesamte Gerät zum Grillen zur Verfügung steht. Dadurch wird das Grillgut wie beispielsweise empfindliches und weicheres Gemüse auch nicht gequetscht, da der Deckel beim Grillen geöffnet bleiben kann. Ebenso lässt sich die obere Grillplatte bei vielen Geräten von der Höhe her sowie die passende Temperatur individuell dem entsprechenden Grillgut einstellen. Auf unserer Seite zu Kontaktgrill-Geräten informieren wir umfassend, worauf beim Kauf zu achten ist und geben Tipps zu guten Geräten.
Mein Fazit
Wenn du nur ab und zu mal ein warmes Sandwich machst, reicht dir ein reiner Sandwichmaker völlig und du brauchst dir über Gemüse keine Gedanken zu machen. Sobald du aber regelmäßig auch Gemüse oder Fleisch grillen willst, würde ich dir gleich zu einem Gerät mit auswechselbaren Grillplatten oder besser noch zu einem richtigen Kontaktgrill raten. Du sparst dir damit den Frust über zerdrücktes, matschiges Gemüse und bekommst stattdessen das, was du eigentlich willst: schön gebräuntes Gemüse mit echten Röstaromen. Ich persönlich greife für Gemüse fast immer zum Kontaktgrill, weil ich da am flexibelsten bin und das Ergebnis einfach am besten gelingt.
